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| Old Surehand 01. Gesammelte Werke Bd. 14
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Im Westen nichts Neues
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Zugegeben, es sind dies Bücher eines Autors, die man heute als Klassiker ihrer Gattung bezeichnet. Doch geschieht dies zu Recht?
Als positiv kann man bei "Old Surehand" feststellen, daß es sprachlich ansprechend verfaßt ist, da besonders die Landschaftsbeschreibungen überzeugend umgesetzt und ergreifend stimmig sind. Das Ambiente wirkt gleichsam authentisch durch den Einsatz entsprechender Spracheigenheiten und charakteristischer Stilmittel wie Lagerfeuerromantik, Überfälle oder Cowboyanekdoten, so daß eine ansprechende Wildwest-Atmosphäre entsteht, die in ihrer Gesamtheit als Geschichte den Leser zu fesseln vermag.
Hingegen gibt es jedoch einige Kritikpunkte, wenn man tiefer dringt. Die Handlung des Buches ist weit weniger gelungen. Besonders die Protagonisten Winnetou, Old Shatterhand und Old Surehand erscheinen als wahre Supermänner der Prärie: Sie sind anmaßend unbesiegbar, denn kein Gegner vermag sie zu überwinden, ihre Pferde die schnellsten und ihre Schießkünste die besten; unfehlbar, denn keine Fährte oder listige Heimtücke der Feinde kann sie täuschen; geborene Anführer mit einer Prise Wilhelminismus, die allein das Recht besitzen, strafen, entscheiden, handeln und anderen Anweisungen geben zu dürfen; ihr Tun ist gänzlich von Güte und Rechtschaffenheit durchdrungen. Sie irren sich nie und haben stets das richtige, unfehlbare Gespür und ebenso eine unfehlbare Kombinationsgabe, wenn Gefahr im Verzuge ist. Die Antihelden, Old Wabble, Vupi-Umugi und andere sind dementsprechend hoffärtig, hitzköpfig, von irrationalem Haß und Rache getrieben und überschätzen ihre eigentlich beschränkten Möglichkeiten maßlos. Das Plädoyer für das Christentum wirkt mehr aufdringlich als überzeugend: Ist es nun eher missionierend oder eher die Handlung retardierend gemeint?
In der naiven Darstellung, finde ich, liegt aus heutiger Sicht das Problem. Denn gerade die mustergültige Vollkommenheit aller handelnden Charaktere im Guten wie im Bösen und die immer wieder verwandten, nur unwesentlich variierten Versatzstücke der Handlung in anderer Anordnung geben der Geschichte einen statischen Aufbau, der alle Spannung und Spontaneität nimmt, dafür aber Voraussehbarkeit und Behäbigkeit gedeihen läßt. Schematisch werden immer wiederkehrende Elemente verwandt wie in der Figurenkonstellation ein Heldengrüppchen, meist zwei oder drei Protagonisten, dem ein schrulliger Partner und einige weitere, klar untergeordnete Begleiter zur Seite gestellt werden; als Versatzstücke der Handlung findet man das Lesen von Fährten, das Anschleichen an den Feind, wobei man natürlich auch immer zur rechten Zeit am rechten Ort ist, um den gegnerischen Meisterplan zur Unterwerfung des Westens zu belauschen; gefangene Freunde müssen, bevorzugt aus der Mitte der Feinde, trotz strengster Bewachung, befreit werden. Selbstverständlich ist man stets erfolgreich und dem Gegner, auch in Unterzahl, überlegen. Nachdem man die Absichten der Gegner erfahren hat, folgt das Schmieden eigener Pläne, wobei man sicher sein kann, daß diese auch ohne Verwicklungen oder unerwartete Überraschungen die Bösen schachmatt setzen und das Geschehen zum glücklichen Ende führen werden.
Eine Rezension von Muwatalli II. >
vom 11. Juli 2008 | | | | | | | |
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| Siehe auch folgende Artikel: |
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|  | | Gesammelte Werke, Bd.15, Old Surehand Unter Geiern. Gesammelte Werke Bd. 35 Winnetou III. Gesammelte Werke 09. Winnetou II. Gesammelte Werke 08. Gesammelte Werke, Bd.13, In den Kordilleren Der Schatz im Silbersee. Gesammelte Werke 36.
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